17. Oktober 2017

"Halt, halt, halt! Das sind alles wichtige Informationen!"

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Basil Carisch hat sich schon immer für die Informatik begeistert, lernte aber zuerst Koch und arbeitete 12 Jahre in verschiedensten Restaurants – es fehlte ihm allerdings stets der geistige Anspruch. Die Berufsberatung riet ihm dann sein Hobby zum Beruf zu machen. Heute ist er System Specialist und kümmert sich um die Infrastruktur bei ti&m. Wir haben ihn zu seiner ungewöhnlichen Laufbahn und seinen Zielen befragt.

ti&m: Basil, was machst du bei ti&m 

Basil Carisch: Ich bin System Specialist. Mein Team ist für den Unterhalt der Infrastruktur bei ti&m zuständig und arbeitet eng mit den System-Architekten zusammen, um gemeinsam Lösungen zu implementieren. Zur Infrastruktur gehört dabei alles, von Servern, Server Hardware, Netzwerk Devices, über den Bierkühlschrank und Kaffeemaschinen bis hin zu unseren höhenverstellbaren Tischen. Das bietet sehr viel Abwechslung und ist natürlich hands-on mit viel Kontakt zu Menschen. Einerseits ist es cool einen Job zu haben, der nicht wirklich fix definiert ist, andererseits kann es schon mal chaotisch werden.

Wie so manches Zusammentreffen mit einem müden Basil in Jogginghose beweist, auch mal nachts?

Ja, wir müssen auch in der Nacht sicherstellen, dass sich alle diese Maschinen und Zahnräder weiterdrehen. Wenn das mal nicht der Fall ist, klingelt bei einem von uns das Telefon. Je nach Zwischenfall werden dann auch schon mal mehrere von uns geweckt (lacht). Wenn so was passiert, dann brennt es wirklich – und auch das kann spannend sein, einmal so einen Feuerwehreinsatz mitzuerleben.

Ich war am Ende des Tages körperlich völlig fertig, mein Geist lief aber immer noch auf Hochtouren.

 Jetzt mal weg von der Action und zurück zu deinen Anfängen. Du bist gelernter Koch und erst mit 28 zur IT gestossen. Wie ist es dazu gekommen?

Ich war in gewisser Weise ein schwieriges Kind und habe nie gewusst, wo es mit mir hingehen soll – ein Freigeist halt. Ich habe eine gute Schulbildung genossen, war aber nie ein richtig motivierter Schüler und vor allem in Mathe bin ich immer hinterhergehinkt. Schon damals habe ich mich für Informatik interessiert, auch weil ich ein passionierter Gamer bin. Aus offensichtlichen Gründen hat es mit der Informatiklehrstelle dann aber nicht klappen wollen. Nach einem erfolglosen Abstecher als Landschaftsbauzeichner bin ich dann wieder zuhause gelandet und habe angefangen Mami Carisch zu bekochen. Dabei habe ich gemerkt, dass mir Kochen sehr viel Freude bereitet und ich es auch noch gut konnte. Dann hatte ich viel Glück und startete als Lernender im Terasse – grosses Dankeschön an dieser Stelle an Herr Ramos aus der Cantinetta Antinori, der mich dort unterbringen konnte. Dann war ich 12 Jahre lang Koch, hatte aber immer das Problem, dass mir der geistige Anspruch gefehlt hat. Ich war am Ende des Tages körperlich völlig fertig, mein Geist lief aber immer noch auf Hochtouren. Kurz gesagt, mir war einfach langweilig. Das war ein sehr unbefriedigendes Gefühl und ich habe dann wieder angefangen zu überlegen, wo es hingehen soll. Ich habe sogar mit dem Gedanken gespielt ein eigenes Restaurant zu eröffnen.

Du hast schlussendlich aber keine Zukunft in der Gastronomie für dich gesehen. Wie bist du dann zur IT gestossen?

Ich ging dann ganz klassisch zur Berufsberatung der Stadt Zürich. Sie haben mir dann Wege gezeigt, wie ich mein Hobby Informatik zum Beruf machen kann. Ich startete dann eine Informatiklehre bei der WISS Informatikschule. Zur Finanzierung habe ich am Anfang morgens im Sheraton Frühstücksservice gearbeitet. Später habe ich dann die Praktikumsliste der WISS genutzt und mich unter anderem auch bei ti&m beworben.

Du hattest mehrere Angebote, warum hast du dich dann für ti&m entschieden?

Überzeugt hat mich ti&m vor allem damit, dass die Firma als Softwareentwicklerunternehmen viele neue Technologien nutzt. So kann ich mich jeden Tag mit Neuem auseinandersetzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass es Potential gibt sich weiter zu entwickeln. Ich muss nicht immer im Technikerecken bleiben, sondern könnte mich auch in Richtung Consulting oder Projektleitung bewegen. Alle anderen Stellen wären ausschliesslich ein Lehrbetrieb gewesen, bei ti&m gibt es am meisten Potential zu wachsen.

Alle anderen Stellen wären ausschliesslich ein Lehrbetrieb gewesen, bei ti&m gibt es am meisten Potential zu wachsen.

 ti&m in drei Worten?

Verrückt (in einem positiven Sinn), schnell und farbig.

Wie findest du den Ausgleich zu deinem Job?

Spannende Frage. Über Sport. Ich habe mir einen ganz neuen Ausgleich suchen müssen. Während ich zuvor einen Ausgleich für meinen Geist gesucht habe, brauche ich jetzt einen für meinen Körper. So ist Sport für mich plötzlich interessant geworden, momentan gerade Joggen, Biken und Fitness. Natürlich bin ich auch nach wie vor ein passionierter Gamer von Action RPGs und MMOs.

Hast du eine Superkraft?

Ich kann Menschen gut und ehrlich zuhören und sie sehr gut auf den Boden der Tatsachen zurückholen, wenn sie gerade in einem Hoch oder Tief stecken.

Was ist dein nächstes grosses Ziel? Was kommt als nächstes?

Schwierig, ich weiss es nicht so genau. Ich überlege mir eine Weiterbildung oder ein Studium im Bereich Informatik zu machen. Oder ich werfe alles über Bord und mache nochmals eine grosse Reise durch Asien.

Das Eine schliesst das Andere ja nicht aus, oder?

Stimmt, man kann bei ti&m auch sehr gut eine längere Auszeit nehmen.

Und zum Schluss: dein bester Koch- und IT-Tipp?

Probieren. Und dann Abschmecken. Dann nochmals probieren, rinse and repeat. Mein bester Informatik-Tipp: Klick es nicht einfach weg – lies erst mal!

Mein bester Informatik-Tipp: Klick es nicht einfach weg – lies erst mal.

 Steckt da eine Story dahinter?

Hunderttausende. Ich kriege eine Supportmeldung mit: „Es funktioniert nicht“. Ich schaue mir das Problem an. Person startet Applikation, 3 Popupfenster poppen auf, Person drückt überall X und ich denke: „Halt, halt, halt! Das sind alles wichtige Informationen!“ Person sagt dann: „Basil, die Fenster kommen immer, die musst du einfach wegdrücken“. Bitte! Lesen vor Klicken! 


Tanja Beeler
Tanja Beeler

Tanja Beeler studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Politologie sowie Gender Studies an der Universität Zürich. Seit Anfang 2016 arbeitet sie als Marketing Professional bei ti&m. Neben verschiedenen Events und dem HR Marketing, betreut sie das Projekt hack an app.